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Dudelsack und Haustiere – kann das funktionieren?

Dudelsack und Haustiere – kann das funktionieren?

Wer mir vielleicht schon auf Facebook folgt, hat in der Zwischenzeit mitbekommen, dass wir 2 Katzen und 1 Hund haben. Da das Thema Haustiere bei sehr vielen aktuell ist möchte ich euch im folgenden Beitrag darüber berichten, welche Erfahrungen ich beim Musizieren mit dem lauten schottischen Instrument gemacht habe.


Gleich zuerst:
Ich bin keine „Katzenflüsterin“ und auch keine Tierpsychologin. Ich kann euch nur über meine Erfahrungen berichten, was ich alles ausprobiert habe und was gut geklappt hat (und was nicht)
Alle unsere Tiere sind verschieden, also kann es natürlich auch sein, dass keiner meiner Tips euch hilft.

Ausweichen

Ich habe mir angewöhnt nie im gleichen Raum zu üben, in dem sich meine Katzen gerade aufhalten. Ich gehe in ein anderes Zimmer oder gebe die Katzen aus dem Zimmer raus, falls sie sich gerade darin aufhalten, schließe die Türe und übe sozusagen etwas abgeschotteter.
Beim üben auf dem Dudelsack mache ich das immer! Beim Üben am Practice Chanter, habe ich unsere Tiere so weit daran gewöhnt, dass ich die Türe offen lassen kann.
Falls ihr euch jetzt denkt, ihr braucht dafür ein eigenes Proben-Zimmer, liegt ihr falsch. Als ich noch in meiner 43m² Wohnung wohnte, habe ich mich zum Üben regelmäßig ins Schlafzimmer verzogen. Das hat gut funktioniert.

Bestechung

Unsere 4-Beiner lassen sich manchmal recht gut mit ihren Lieblings-Leckerlis davon überzeugen, das manches nicht so schlimm ist, wie es ohne den Leckerlis erscheint.

Als wir unseren Hund als Welpe zu uns geholt haben, habe ich immer weider mal während sie an ihrer Belohnung geknabbert hat, nebenbei am Practice Chanter geübt. Zuerst nur einzelne Töne und vorwiegend Tiefe, dann immer mal etwas mehr und schließlich eine Melodie. Ein kleines Video hierzu findet ihr auch auf Facebook.
Das funktioniert auch bei Katzen, die stark auf Futter bzw. Leckerlis ansprechen. (Meine lässt sich mit einem Katzenstangerl vor der Nase auch die Krallen schneiden, obwohl sie es nichtmal mag, wenn man ihre Pfoten angreift)

Die ersten Monate, wenn ich zum Üben in ein anderes Zimmer verschwunden bin, gab es davor und danach für meine Katzen eine Belohnung für ihre Geduld. Heute brauch ich das theoretisch nicht mehr, ich mache es hin und wieder trotdem gerne.

abstumpfen durch leise Hintergrund-Musik

Tiere lassen sich mit Dauergeräuschen recht gut abstumpfen. Viele Hundezüchter spielen den Welpen diverse Geräusche wie z.B. Autos, Feuerwerk ect. vor, um ihnen die Furcht vor diesen Geräuschen zu nehmen.
Das geht auch mit Practice Chanter- und Dudelsackmusik.
Wenn man also die Möglichkeit hat in Dauerschleife oder so oft und viel wie möglich Musik laufen zu lassen, kann dies helfen. Da Tiere ein sehr empfindliches Gehör haben, würde hier jedoch eher leise anfangen, bevor ich auf meine normale Musik-anhör-Lautstärke steigere.

die Furcht vor dem Instrument selbst nehmen

Tiere sind schlau und wissen genau, woher die für sie unschönen Geräusche herkommen. Um den Tieren beizubringen, dass sie nicht immer gleich davon laufen müssen, wenn man den Practice Chanter oder den Dudelsack in die Hand nimmt, gibt es hier ein einfaches Training.
Man nimmt die Instrumente mehrmals am Tag in die Hand und legt sie wieder zurück oder auf einen anderen Platz, ohne damit ein Geräusch zu verursachen.
Eine Kombination mit der Bestechung während man das Instrument in einer Hand und die Belohnung in der anderen hällt, hilft auch sehr gut.

Geduld

Egal welche Tips ihr probiert, muss euch klar sein. Es brauch einfach Zeit und Geduld. Von heute auf morgen werden leider keiner Wunder geschehen. Es kann mehrere Wochen dauern, bis die 1. Anzeichen von Besserung zu sehen sind.

Ich spiele seit 2005 Dudelsack, unsere Katze ist jetzt 11, der Kater 9 Jahre und unser Hund ist erst 10 Monate alt.
Auch bei uns lief es nicht von Anfang an perfekt und es hat gedauert. Mittlerweile sind unsere Tiere so gut mit dem Instrument vertraut, dass ich am Practice Chanter ohne Probleme neben ihnen spielen kann.
Der Dudelsack ist ihnen viel zu laut und genau deswegen werden sie immer davon laufen, wenn ich in der Nähe von ihnen spielen würde. Aus Rücksicht, spiele ich immer noch in einem seperatem Raum, hinter verschlossener Türe oder draußen im Freien. Mittlerweile bleiben sie aber dort wo sie gerade sind liegen und schlafen ruhig weiter. Sie haben aufgehört sich zu verstecken.

Hier auch noch ein Video von unserem Kater.

 

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